Wer private, redaktionelle oder anderweitige Inhalte in einem beliebigen Medium zusammenstellt, wer also “Content” im weitesten Sinn generiert, der muss sich zwangsläufig immer über das “Wie” dieses Akts Gedanken machen.
Die erste Lösung ist dabei bekanntlich nicht immer die Beste: Folgt man etwa den stark institutionalisierten Layout-Pfaden des deutschen Zeitungsdesigns, dann kann ein journalistisches Werkstück – sagen wir über “Stadtplanung in London” – auch auf dem iPad schnell so ausschauen:

Grabstein des Journalismus?
Hellsichtige Kommentatoren haben diese Form von Kommunikationsdesign gerne schon mal als “Grabstein des Journalismus” bezeichnet. Wir nennen es einfach nur “Content”: Publizistische Altlasten, die gestalterisch unkritisch und ohne Auge für die Ansprüche des Lesers erstellt worden sind.
Kaum ein mobiler Leser hat heute noch die Geduld – geschweige denn die Lust – für derart aufbereitete Texte Geld auszugeben. Die klassische Werkzeugpalette des Blattmachers eignet sich also denkbar schlecht für neue Endgeräte wie das iPad.

“Magic Moment” im Journalismus?
Packende Geschichten, die beim Leser das Kopfkino einschalten, sehen anders aus. Nehmen wir das Beispiel “Stadtplanung in London” von vorhin. Anstatt veraltete Lesegewohnheiten journalistisch zu bedienen, muss eine Medien-App heute auf die Ironie und Zugespitztheit digitaler Vielleser eingehen. Damit sie hängen bleibt, braucht jede gute Geschichte einen “Magic Moment” – und das nennen wir “Storytelling”.